Lifestory: Nach dem Tod kam neues Leben
Es war ein Prozess des Abschieds, von dem Menschen, welcher dich seit deinem ersten Tag auf dieser Welt, entwickelt, beschützt, begleitet und tief geprägt hat. Am 3. August 2004 kam erneut ein Telefonanruf, diesmal von meinem ältesten Bruder: Unsere Mutter hatte den Kampf verloren und die Zeit war gekommen, nach Hause zu gehen. Eine intensive Zeit des Abschiedes nahm seinen Anfang.
Dann mitten in der Nacht auf den 5. August, also 2 Nächte nach dem Tod meiner Mutter, wurde ich aus dem Tiefschlaf gerissen: Die Fruchtblase bei meiner Frau Sandra war geplatzt, womit die Geburt unseres ersten Kindes eine Woche vor Termin unerwartet begann. Noch in der Nacht fuhren wir ins Spital, danach folgte ein strenger Tag des Wartens auf die Geburt. Schliesslich um 21.18 h erblickte unser wunderbarer Sohn Timon das Licht der Welt. Genau an diesen Tag der Geburt wurde auch die Todesanzeige meiner Mam in der Zeitung publiziert.Zwei ganz besondere Beziehungen
Die Beziehung zur eigenen Mutter beginnt schon im Mutterleib, Schwangerschaft, Geburt und Kindheit. Diese Beziehung ist immer da und etwas Einzigartiges, zu keinem Menschen sonst hat ein Mensch diese Verbundenheit. Sie endet auf dieser Welt mit dem Tod, eine neue Ära beginnt, welche erst realisiert wird, wenn die Mutter nicht mehr da ist.
Werde ich Vater, ist das auch etwas sehr wertvolles und besonderes, welches das Leben auch im Grunde verändert. Da kommt neues Leben aus dem eigenen Fleisch und Blut. Welche Werte des Lebens du als Vater hinterlässt, hast du in deiner Hand. Bei einer Vater-Sohn Beziehung ist dieses Erbe noch mehr sichtbar, mit den Jahren erkennt man vielfach auch die Spuren des Vaters. "Wie der Vater so der Sohn", lautet ein bekanntes Sprichwort.
Ich habe innerhalb von 3 Tagen meine geliebte Mutter verloren und einen wunderbaren Sohn geschenkt bekommen. Beide sind sehr wichtige und enorm wertvolle Menschen in meinem Leben. Für meinen Sohn Timon bin ich sehr dankbar, denn er trägt die Erinnerung an meine geliebte Mutter für immer in sich. Sein Weg hat schon bei seiner Geburt mit viel Tiefe begonnen und auch mich geprägt.Nicht nur wir als seine Eltern, sondern auch seine Grossmutter, welche ein grosses Herz für Menschen am Rande der Gesellschaft hatte, ist im Himmel sehr stolz auf Timon! Er ist ein wertvoller junger Mann, mit vielen Talenten, einem guten Herzen und dazu einer Prise schlitzohrigem Humor. Wir sind sehr dankbar und froh um ihn.
Leben, Tod und Auferstehung
Auf dem Grabstein meiner Mutter steht der Spruch aus Hiob 19.25:
Diese Hoffnung hat bei meiner Mam im Leben immer mehr an Bedeutung gewonnen. In den letzten Jahren ihres Lebens hat sie eine besonders tiefe Beziehung zu Jesus gepflegt und an viel Weisheit gewonnen. Sie war nicht eine Frau, welche einen religiösen Lebensstil pflegte oder grosse Worte predigte. Sondern sie bewegte mit ihrem guten Herzen, ihrer Natürlichkeit, Humor und Nächstenliebe viele Menschen.
An Karfreitag hat Jesus Christus die Sünden der Welt auf sich genommen und ist am 3. Tag auferstanden. Er hat somit den Tod besiegt und gibt jedem Menschen die Möglichkeit, dieses grosse Geschenk der Gnade anzunehmen. Es ist der grösste Sieg aller Zeiten, ein Werk der bedingungslosen Liebe und Gnade Gottes: Darum feiern wir Ostern.
Meine Mutter hat diese Liebe während ihrem Leben angenommen und ist mit der Hoffnung der Auferstehung von Ostern gestorben. Nach genau 3 Jahren ihres Abschieds, also am 3. August 2007, ist genau der Spruch als Tagesvers auf mein Handy gesendet worden, welcher auf ihrem Grabstein steht: Ich weiss, dass mein Erlöser lebt! Jesus ist am 3. Tag auferstanden, ob das wohl am 3. Jahrestag ihres Todes, ein himmlisches Lebenszeichen von meiner Mam war?
Ich wünsche dir hoffnungsvolle Zeichen und viel Licht in dieser turbulenten Zeit.
Manfred

